Welcher Tee bei Erkältung? Die passenden Sorten für jedes Symptom
Wenn der Hals kratzt und die Nase läuft, ist die Teekanne für viele der erste Griff, und das aus gutem Grund: Warme Flüssigkeit tut den gereizten Schleimhäuten gut, und einige Kräuter werden seit Generationen bei Erkältungsbeschwerden eingesetzt. Die Frage ist nur, welcher Tee bei Erkältung tatsächlich passt, denn nicht jede Sorte hilft bei jedem Symptom. In diesem Ratgeber erfährst du, welche Tees sich bei Erkältung bewährt haben, welche Sorte zu Halsschmerzen, Husten oder Schnupfen passt, warum Tee überhaupt guttut, worauf du in der Schwangerschaft und bei Kindern achten solltest und wann ein Hausmittel nicht mehr ausreicht.
Diese Kräuter und Teesorten werden traditionell in der Erkältungszeit getrunken, jede mit ihrem eigenen Schwerpunkt:
Alle genannten Sorten sind Kräutertees und damit von Natur aus koffeinfrei, du kannst sie also über den ganzen Tag verteilt trinken. Eine Übersicht über lose Kräutertees in geprüfter Qualität findest du in unserer Kräutertee Kategorie. Wichtig vorweg: Tee kann Erkältungsbeschwerden lindern und den Körper unterstützen, eine Erkältung heilen kann er nicht.
Je nachdem, was dich gerade am meisten plagt, lohnt eine gezielte Auswahl. Bei Halsschmerzen ist Salbei die traditionelle erste Wahl, denn seine Gerbstoffe legen sich beruhigend auf die gereizte Schleimhaut, viele gurgeln zusätzlich mit lauwarmem Salbeitee. Auch Kamille wird bei kratzendem Hals gerne getrunken. Ein Löffel Honig im nicht mehr kochend heißen Tee macht die Tasse zusätzlich angenehm.
Bei Husten greift die Erfahrungsheilkunde traditionell zu Thymian, gerne kombiniert mit Anis oder Fenchel. Bei Schnupfen und verstopfter Nase wird Pfefferminze wegen des Mentholeffekts geschätzt, und viele nutzen den aufsteigenden Wasserdampf gleich mit, indem sie über der frisch aufgegossenen Tasse ein paar Atemzüge nehmen. Wichtig dabei: Halte genug Abstand, um dich nicht zu verbrühen, und lass Kinder nicht unbeaufsichtigt über heißem Wasser inhalieren. Bei Fieber steht ohnehin das Trinken an sich im Vordergrund, hier eignen sich milde Sorten wie Lindenblüte oder Fenchel besonders gut.
Der wichtigste Effekt hat mit den Kräutern zunächst gar nichts zu tun: Bei einer Erkältung verliert der Körper mehr Flüssigkeit als sonst, durch Fieber, Schwitzen und die laufende Nase. Ausreichend zu trinken ist deshalb die zentrale Maßnahme überhaupt, und eine warme Tasse fällt vielen leichter als kaltes Wasser. Genug Flüssigkeit hält außerdem die Schleimhäute feucht, und feuchte Schleimhäute funktionieren besser als ausgetrocknete.
Dazu kommt die Wärme selbst. Sie wird als wohltuend empfunden, entspannt und unterstützt das Gefühl, sich um sich zu kümmern, was bei einem Infekt mehr wert ist, als es klingt. Der aufsteigende Wasserdampf befeuchtet zusätzlich die oberen Atemwege. Und schließlich die Kräuter: Für viele der klassischen Erkältungskräuter gibt es eine lange Anwendungstradition, teils auch untersuchte Inhaltsstoffe. Was Tee nicht kann: Viren bekämpfen oder den Verlauf einer Erkältung abkürzen. Er macht die Tage angenehmer, mehr sollte man von ihm nicht erwarten.
Kräutertee
Kaum jemand trinkt Erkältungstee pur, und die klassischen Zugaben haben durchaus ihre Berechtigung. Honig macht die Tasse angenehm süß und legt sich sanft auf den gereizten Hals, ein Grund, warum er bei Halsschmerzen so beliebt ist. Wichtig: Gib ihn erst in den etwas abgekühlten Tee, denn bei über 40 Grad verliert Honig einen Teil seiner empfindlichen Bestandteile. Und ein zentraler Sicherheitshinweis: Für Babys unter einem Jahr ist Honig grundsätzlich tabu.
Zitrone bringt Frische und etwas Vitamin C, wobei auch hier gilt, sie erst in den abgekühlten Tee zu geben. Frischer Ingwer, in Scheiben mitgekocht oder mit aufgegossen, sorgt für die typische wärmende Schärfe. Diese drei lassen sich beliebig kombinieren, der Klassiker aus Ingwer, Zitrone und Honig ist nicht ohne Grund in fast jedem Haushalt bekannt. Wer es fruchtiger mag, kann auch einen milden Früchtetee als Basis nutzen, mehr dazu in unserer Früchtetee Kategorie.
Hier ist Vorsicht angebracht, denn nicht jedes Kraut ist für jede Situation geeignet. In der Schwangerschaft gelten milde Sorten wie Fenchel, Kamille und Lindenblüte in üblichen Trinkmengen als unproblematisch, während stark wirksame Kräuter und große Mengen einzelner Sorten besser gemieden werden. Auch Salbei solltest du in der Stillzeit zurückhaltend einsetzen, denn ihm wird traditionell eine milchreduzierende Wirkung nachgesagt. Kläre deine Auswahl im Zweifel kurz mit Hebamme oder Arztpraxis ab.
Für Kinder gilt: Milde, koffeinfreie Sorten wie Fenchel und Kamille sind die klassische Wahl, immer ungesüßt oder mit sehr wenig Honig, und Honig erst ab dem ersten Geburtstag. Pfefferminztee und mentholhaltige Anwendungen sind für Säuglinge und Kleinkinder dagegen ungeeignet, da Menthol bei den Kleinsten Atemprobleme auslösen kann. Bei Babys und Kleinkindern gilt außerdem grundsätzlich: Bei Erkältung mit Fieber oder Trinkschwäche gehört die Entscheidung über Getränke und Behandlung in die Kinderarztpraxis. Mehr zum Thema Tee für die Kleinsten liest du in unserem Ratgeber zu Früchtetee für Babys und Kleinkinder.
So wohltuend eine Tasse ist, eine Erkältung hat ihre Grenzen als Selbstbehandlungsfall. Ärztlicher Rat ist gefragt, wenn hohes Fieber über mehrere Tage anhält, wenn Atemnot, starke Ohrenschmerzen oder anhaltende Halsschmerzen mit Schluckbeschwerden auftreten, wenn sich die Beschwerden nach etwa einer Woche nicht bessern oder plötzlich deutlich verschlechtern.
Besondere Aufmerksamkeit verdienen Babys, Kleinkinder, ältere Menschen, Schwangere und Menschen mit chronischen Erkrankungen, hier sollte deutlich früher ärztlicher Rat eingeholt werden. Und ein letzter Hinweis: Kräutertees können in seltenen Fällen mit Medikamenten wechselwirken. Wenn du regelmäßig Medikamente einnimmst und größere Mengen eines bestimmten Krautes trinken möchtest, ist eine kurze Rückfrage in der Apotheke schnell erledigt und schafft Sicherheit.
Den einen besten Tee gibt es nicht, es kommt auf das Symptom an. Bei Halsschmerzen wird traditionell Salbei getrunken, bei Husten Thymian, bei Schnupfen Pfefferminze und bei allgemeinem Unwohlsein Kamille, Lindenblüte oder Ingwer. Alle sind koffeinfrei und lassen sich über den Tag verteilt trinken.
Wichtiger als die genaue Tassenzahl ist die gesamte Flüssigkeitsmenge. Zwei bis drei Liter über den Tag verteilt sind bei einer Erkältung ein guter Richtwert, davon dürfen mehrere Tassen Tee sein, der Rest Wasser. Wechsle dabei zwischen den Sorten, statt literweise dasselbe Kraut zu trinken.
Er liefert Flüssigkeit und Wärme, ist aber nicht die erste Wahl, denn er enthält Koffein und wirkt leicht anregend, während bei einer Erkältung Ruhe im Vordergrund steht. Koffeinfreie Kräutertees sind bei einem Infekt die passendere Wahl, schwarzer Tee kann tagsüber als Abwechslung dazukommen.
Milde Sorten wie Fenchel, Kamille und Lindenblüte gelten in üblichen Mengen als unproblematisch. Stark wirksame Kräuter und große Mengen einzelner Sorten meidest du besser, ebenso Salbei in der Stillzeit. Kläre deine persönliche Auswahl im Zweifel kurz mit Hebamme oder Arztpraxis ab.
Welcher Tee bei Erkältung passt, hängt vor allem vom Symptom ab: Salbei für den Hals, Thymian bei Husten, Pfefferminze bei verstopfter Nase, Kamille und Lindenblüte für alles dazwischen. Der größte Effekt kommt dabei von etwas ganz Einfachem, nämlich davon, überhaupt genug zu trinken und dem Körper Wärme und Ruhe zu gönnen. Heilen kann Tee eine Erkältung nicht, angenehmer machen schon. Für deine Hausapotheke lohnt sich ein kleiner Vorrat an losen Kräutertees, im Sortiment von Rootl findest du sie in geprüfter Qualität, 100 Prozent natürlich und ohne künstliche Zusätze., denn was du siehst, trinkst du auch. Alle genannten Kräuter werden mit sprudelnd kochendem Wasser aufgegossen und ziehen fünf bis zehn Minuten zugedeckt, so lösen sich die Inhaltsstoffe vollständig.
Trink über den Tag verteilt in regelmäßigen Abständen statt große Mengen auf einmal, und gehe konsequent zur Toilette, sobald du den Drang verspürst. Genau diese Kombination aus Trinken und regelmäßigem Entleeren macht die Durchspülung aus, das eine funktioniert ohne das andere nicht. Lauwarm oder zimmerwarm ist dabei angenehmer als sehr heiß, und ungesüßt ist die bessere Wahl. Wenn dir purer Kräutertee zu eintönig wird, wechsle zwischen zwei oder drei Sorten ab, das erleichtert das Durchhalten über mehrere Tage deutlich.