Welcher Tee bei Sodbrennen? Die richtige Wahl und was du meiden solltest
Bei Sodbrennen greifen viele zur Teekanne, und das kann tatsächlich helfen, aber nur mit der richtigen Sorte. Denn ausgerechnet einer der beliebtesten Kräutertees überhaupt gehört bei Sodbrennen zu den ungünstigsten Kandidaten. In diesem Ratgeber erfährst du, welche Tees bei Sodbrennen bewährt sind, welche du besser weglässt und warum, wie du sie richtig zubereitest und wann hinter dem Brennen mehr steckt als eine gelegentliche Magenverstimmung.
Diese Tees gelten bei Sodbrennen als gut verträglich und werden traditionell eingesetzt:
Alle genannten Sorten sind koffeinfrei und säurearm, genau darauf kommt es bei Sodbrennen an. Eine Auswahl findest du in unserer Kräutertee Kategorie und in der Rooibos Kategorie.
Und hier kommt der Punkt, der die meisten überrascht: Pfefferminztee, sonst der Klassiker bei fast allen Magenbeschwerden, ist bei Sodbrennen ungünstig. Der Grund liegt im Menthol. Es wirkt entspannend auf glatte Muskulatur, und dazu gehört auch der Schließmuskel zwischen Speiseröhre und Magen, der sogenannte untere Ösophagussphinkter.
Genau dieser Muskel soll aber geschlossen bleiben, damit Magensäure nicht nach oben in die Speiseröhre gelangt. Entspannt er sich, kann der Rückfluss zunehmen und das Brennen sich verstärken. Wer also bei Bauchschmerzen gute Erfahrungen mit Pfefferminze gemacht hat, sollte bei Sodbrennen bewusst umsteigen, am besten auf Kamille oder Fenchel. Dasselbe gilt für stark mentholhaltige Bonbons und Zahnpflegeprodukte kurz vor dem Schlafengehen.
Neben Pfefferminze gibt es weitere Kandidaten, die das Brennen verstärken können:
Auch bei Kohlensäure, Alkohol und stark gesüßten Getränken ist Zurückhaltung sinnvoll. Wenn du unsicher bist, welche Früchtetees mild genug sind, hilft dir unser Ratgeber zur Gesundheit von Früchtetee bei der Einordnung.
Kräutertee
Bei der Zubereitung gilt für alle empfohlenen Sorten: mit kochendem Wasser aufgießen, fünf bis zehn Minuten zugedeckt ziehen lassen und lauwarm statt heiß trinken. Verzichte auf große Zuckermengen, ein Löffel Honig im abgekühlten Tee ist unproblematisch.
Mindestens ebenso wichtig sind die Trinkgewohnheiten. Kleine Mengen über den Tag verteilt sind besser als eine große Kanne auf einmal, denn ein voller Magen erhöht den Druck auf den Schließmuskel. Trink außerdem nicht direkt vor dem Hinlegen, zwei bis drei Stunden Abstand zwischen der letzten Mahlzeit oder dem letzten Getränk und dem Zubettgehen sind eine der wirksamsten Alltagsmaßnahmen bei nächtlichem Sodbrennen. Ein leicht erhöhtes Kopfende des Bettes hilft zusätzlich.
Zwei Situationen verdienen eine eigene Betrachtung. In der Schwangerschaft ist Sodbrennen besonders häufig, weil hormonelle Veränderungen den Schließmuskel entspannen und das wachsende Kind zusätzlich Druck auf den Magen ausübt. Milde, koffeinfreie Sorten wie Kamille und Fenchel gelten in üblichen Trinkmengen als unproblematisch, große Mengen einzelner Kräuter meidest du besser. Weil in der Schwangerschaft ohnehin eigene Empfehlungen gelten, ist eine kurze Rücksprache mit Hebamme oder Arztpraxis der sicherste Weg.
Nächtliches Sodbrennen hat eine simple physikalische Ursache: Im Liegen fehlt die Schwerkraft, die den Mageninhalt sonst unten hält. Hier hilft Tee weniger als das Timing. Zwei bis drei Stunden Abstand zwischen der letzten Mahlzeit und dem Zubettgehen, ein leicht erhöhtes Kopfende des Bettes und der Verzicht auf späte, fettreiche Mahlzeiten wirken deutlich stärker als jede Tasse. Wenn du abends noch etwas trinken willst, wähle eine kleine Menge milden Kräutertee statt einer großen Kanne, denn ein voller Magen erhöht den Druck zusätzlich.
Gelegentliches Sodbrennen nach einem üppigen Essen kennen die meisten und ist harmlos. Anders sieht es aus, wenn das Brennen regelmäßig auftritt, etwa mehrmals pro Woche über längere Zeit. Dann kann eine Refluxerkrankung dahinterstecken, die behandelt werden sollte, weil dauerhafter Säurerückfluss die Speiseröhre schädigen kann.
Ärztlicher Rat ist außerdem gefragt bei Schluckbeschwerden, ungewolltem Gewichtsverlust, wiederkehrendem Erbrechen, schwarzem Stuhl oder wenn frei verkäufliche Mittel nicht mehr ausreichen. Auch wenn du dauerhaft Säureblocker einnehmen musst, um beschwerdefrei zu bleiben, gehört das abgeklärt. Tee ist bei Sodbrennen eine sinnvolle begleitende Maßnahme, eine Behandlung ersetzt er nicht.
Kamille und Fenchel sind die bewährtesten Sorten, ergänzt um Anis, Kümmel und Melisse. Alle sind koffeinfrei, säurearm und mild. Rooibos ist eine gute Alternative, wenn du etwas Kräftigeres im Glas möchtest. Trink den Tee lauwarm und in kleinen Mengen über den Tag verteilt.
Nein, Pfefferminze ist bei Sodbrennen ungünstig. Das enthaltene Menthol kann den Schließmuskel zwischen Speiseröhre und Magen entspannen und dadurch den Säurerückfluss verstärken. Bei Sodbrennen ist Kamille oder Fenchel die bessere Wahl, auch wenn Pfefferminze sonst bei Magenbeschwerden hilft.
Kamille gehört zu den bewährtesten Sorten bei gereizten Schleimhäuten und wird traditionell auch bei Sodbrennen getrunken. Sie ist mild, säurefrei und koffeinfrei. Eine Behandlung der Ursache ist sie nicht, bei häufigem Sodbrennen gehört die Abklärung in ärztliche Hände.
Besser nur in Maßen. Das Koffein kann die Magensäureproduktion anregen und wirkt ähnlich entspannend auf den Schließmuskel wie Menthol. Wenn du nicht verzichten möchtest, wähle einen kurz gezogenen, schwachen Aufguss und trink ihn nicht auf nüchternen Magen. Koffeinfreie Alternativen wie Rooibos sind die sicherere Wahl.
Bei Sodbrennen führt der Weg über milde, säurearme und koffeinfreie Tees: Kamille, Fenchel, Anis, Kümmel und Melisse sind die bewährte Auswahl, Rooibos die kräftigere Alternative. Genauso wichtig ist das Weglassen, allen voran der Verzicht auf Pfefferminze, deren Menthol den Schließmuskel entspannt und das Brennen verstärken kann. Trink lauwarm, in kleinen Mengen und nicht direkt vor dem Schlafengehen. Bei häufigem Sodbrennen gehört die Ursache ärztlich abgeklärt. Milde lose Kräutertees und Rooibos findest du im Sortiment von Rootl.